Daten, Fakten, Zahlen zur volkswirtschaftlichen Bedeutung von Familienunternehmen
I. Allgemeine Strukturzahlen
Die Stiftung Familienunternehmen hat im Jahr 2006 begonnen, grundlegende Zahlen zur volkswirtschaftlichen Bedeutung der Familienunternehmen1 ermitteln zu lassen. Seither werden die Zahlen regelmäßig aktualisiert und fortgeschrieben. Im Gegensatz zu anderen Untersuchungen basieren die Strukturzahlen nicht auf Hochrechnungen von Stichproben, sondern auf dem gesamten deutschen Unternehmensbestand. In die Analyse sind die Angaben von 2,8 Mio. Unternehmen2 eingegangen.
Die Studie greift auf mehrere Definitionen von Familienunternehmen zurück. Diese Differenzierung trägt dem Umstand Rechnung, dass es keine einheitliche Definition von Familienunternehmen gibt, die in der Forschung durchgängig operationalisierbar ist.
Je nach Definition variiert die quantitative Bedeutung der Familienunternehmen in der Volkswirtschaft:
Abb. 1: Die volkswirtschaftliche Bedeutung der Familienunternehmen

Mehr als drei Viertel aller Familienunternehmen haben einen Umsatz von weniger als
1 Mio. Euro. In Deutschland finden sich aber auch im Vergleich zu vielen anderen Industrienationen auffallend viele, sehr große Familienunternehmen: Jede dritte Firma zählt zu diesen Großunternehmen mit einem Umsatz von mehr als 50 Mio. Euro. Mehr als 155 Umsatz-Milliardäre gibt es unter den Familienunternehmen.
Die Erfassung der Gesamtheit aller Familienunternehmen zeigt auch, dass diese besonders häufig im Gastgewerbe, im Bausektor und im Handel, insbesondere im Einzelhandel zu finden sind. Auch regionale Unterschiede werden deutlich: In Flächenländern wie Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Bayern ist der Anteil der Familienunternehmen deutlich höher als in den Stadtstaaten Berlin, Hamburg oder Bremen; unter den Flächenländern sticht einzig Hessen mit einem Vergleichsweise geringen Anteil an Familienunternehmen hervor.
II. TOP 500 Familienunternehmen
Die Studie zur volkswirtschaftlichen Bedeutung von Familienunternehmen identifiziert zugleich die 500 größten Familienunternehmen und vergleicht deren Umsatz und Beschäftigungsentwicklung mit den Kennzahlen der nicht-familiengeführten DAX-Unternehmen3.
7 % von 1,5 auf 1,4 Millionen reduziert. Fast 80 % der Beschäftigten in Familienunternehmen arbeiten in Deutschland, während bei den DAX-26-Unternehmen lediglich
42 % im Inland arbeiten.
Abb. 2: Vergleich der Entwicklung der Inlandsbeschäftigung der TOP 500 Familienunternehmen und der DAX-26-Unternehmen zwischen 2006 und 2010

Grundsätzlich ist zu beobachten, dass Familienunternehmen in Krisen in geringerem Maße mit Beschäftigungsabbau reagieren als DAX-Unternehmen. So mussten die TOP 500 Familienunternehmen (nach Umsatz) im Krisenjahr 2009 einen Einbruch von rund 10 % hinnehmen, den sie aber im Folgejahr sofort wieder aufholten. Im Mittel wuchsen die TOP 500 Familienunternehmen trotzdem noch jährlich um 4 %.
Abb. 3: Weltweite Umsatzentwicklung der TOP 500 Familienunternehmen

III. Börsennotierte Familienunternehmen in Deutschland
Familienunternehmen stellen ein bedeutendes Phänomen am deutschen Kapitalmarkt dar, wie eine Studie der Stiftung Familienunternehmen aus dem Jahr 2010 darlegt4:
Bei der Hälfte aller börsennotierten Unternehmen (ausgenommen Finanztitel) in Deutschland handelt es sich um Familienunternehmen. Diese repräsentieren etwa ein Drittel der Marktkapitalisierung.
Die Datenbasis der Erhebung sind alle Unternehmen, die im CDAX zwischen 1998 und 2008 notiert waren, ausgenommen wurden Finanzunternehmen.
Abb. 5: Börsennotierte Familienunternehmen (FU) im Vergleich zu Nicht-Familienunternehmen (NFU)

Deutlich unterscheiden sich Familienunternehmen von Nicht-Familienunternehmen in Bezug auf ihre Kapitalstruktur: Sie sind bei weitem weniger verschuldet und weisen mit 50 % eine wesentlich höhere Eigenkapitalquote auf als Nicht-Familienunternehmen
(36 %).
Abb. 6: Median Eigenkapitalquote von Familienunternehmen
und Nicht-Familienunternehmen im Vergleich (CDAX, 1998-2008)

Die Analyse weiterer Unternehmenscharakteristika zeigt, dass börsennotierte Familienunternehmen bezogen auf ihre Bilanz- und Umsatzsumme deutlich kleiner sind als Nicht-Familienunternehmen und in der Folge weniger Mitarbeiter beschäftigen. So sind durchschnittlich 6.100 Personen in einem börsennotierten Familienunternehmen beschäftigt, während Nicht-Familienunternehmen auch an der Börse durchschnittlich rund 15.600 Mitarbeiter beschäftigen. Aber: Familienunternehmen weisen eine stärkere Wachstumsrate bei den Beschäftigten auf. Ihre Mitarbeiterzahl wächst um durchschnittlich 27 %, während die der Nicht-Familienunternehmen um nur 6 % im Mittel wächst.
Ein weiterer Befund zeigt, dass Familienunternehmen – die Phase des Neuen Markts ausgeklammert – keine schlechtere Performance haben als Nicht-Familienunternehmen.
Im Gegenteil: Es gibt einen, wenn auch geringen, positiven Zusammenhang zwischen dem Einfluss der Familie und den Kennzahlen der operativen Performance.
Ähnliches gilt für auch für die Betrachtung der Kapitalmarktperformance. Hier haben Familienunternehmen zwischen 1988 und 2008 eine vergleichbare Rendite als Nicht-Familienunternehmen, unterliegen aber auch einer höheren Volatilität. Diese ist ebenfalls vor allem der Phase des Neuen Markts geschuldet.
1 Die volkswirtschaftliche Bedeutung von Familienunternehmen, herausgegeben von der Stiftung Familienunternehmen, durchgeführt vom Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW), Mannheim. Download unter www.familienunternehmen.de. Die letzte aktualisierte Fassung der Studie zur „volkswirtschaftlichen Bedeutung“ wurde im Dezember 2011 vorgelegt.
2 Alle Unternehmen Ende 2010 ohne öffentliche Unternehmen.
3 Zu den DAX-Unternehmen in Familienhand gehören: Beiersdorf AG (bei den TOP 500 unter Maxingvest AG), Henkel AG & Co. KGaA, Metro AG und Merck KGaA.
4 Börsennotierte Familienunternehmen, herausgegeben von der Stiftung Familienunternehmen, durchgeführt vom Center für Entrepreneurial and Financial Studies (CEFS) an der technischen Universität München, 2010. Download der Studie unter www.familienunternehmen.de.
München, Januar 2012
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Ansprechpartner
Maria Krenek
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Stiftung Familienunternehmen
Prinzregentenstraße 50, D-80538 München
Telefon: + 49 (0) 89 / 12 76 400 03
Telefax: + 49 (0) 89 / 12 76 400 09
E-Mail: krenek(at)familienunternehmen.de
Internet: www.familienunternehmen.de
Die Stiftung Familienunternehmen hat im Jahr 2006 begonnen, grundlegende Zahlen zur volkswirtschaftlichen Bedeutung der Familienunternehmen1 ermitteln zu lassen. Seither werden die Zahlen regelmäßig aktualisiert und fortgeschrieben. Im Gegensatz zu anderen Untersuchungen basieren die Strukturzahlen nicht auf Hochrechnungen von Stichproben, sondern auf dem gesamten deutschen Unternehmensbestand. In die Analyse sind die Angaben von 2,8 Mio. Unternehmen2 eingegangen.
Die Studie greift auf mehrere Definitionen von Familienunternehmen zurück. Diese Differenzierung trägt dem Umstand Rechnung, dass es keine einheitliche Definition von Familienunternehmen gibt, die in der Forschung durchgängig operationalisierbar ist.
- Familienkontrollierte Unternehmen: In dieser Definition werden alle Unternehmen subsummiert, die von einer überschaubaren Anzahl von natürlichen Einzelpersonen kontrolliert werden. Eigentum und Leitung muss dabei nicht notwendiger Wiese übereinstimmen. Diese Definition ist die in der Öffentlichkeit wie auch in der wissenschaftlichen Literatur gebräuchlichste.
- Eigentümergeführte Unternehmen: Nach dieser Definition sind solche Unternehmen Familienunternehmen, die von einer überschaubaren Anzahl natürlicher Personen kontrolliert werden und in denen wenigstens einer der Eigentümer auch die Leitung des Unternehmens innehat.
Je nach Definition variiert die quantitative Bedeutung der Familienunternehmen in der Volkswirtschaft:
- Familienkontrollierte Unternehmen: 92 % aller deutschen Unternehmen sind familienkontrollierte Unternehmen. Sie erzielen ebenfalls 51 % der Umsätze und stellen ca. 60 % aller sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnisse in Deutschland.
- Eigentümergeführte Unternehmen: 90 % des gesamten Unternehmensbestands sind eigentümergeführte Unternehmen, 56 % aller Beschäftigten in Deutschland arbeitet hier. Eigentümergeführte Familienunternehmen tragen 47 % zum deutschen Gesamtumsatz bei.
Abb. 1: Die volkswirtschaftliche Bedeutung der Familienunternehmen

Mehr als drei Viertel aller Familienunternehmen haben einen Umsatz von weniger als
1 Mio. Euro. In Deutschland finden sich aber auch im Vergleich zu vielen anderen Industrienationen auffallend viele, sehr große Familienunternehmen: Jede dritte Firma zählt zu diesen Großunternehmen mit einem Umsatz von mehr als 50 Mio. Euro. Mehr als 155 Umsatz-Milliardäre gibt es unter den Familienunternehmen.
Die Erfassung der Gesamtheit aller Familienunternehmen zeigt auch, dass diese besonders häufig im Gastgewerbe, im Bausektor und im Handel, insbesondere im Einzelhandel zu finden sind. Auch regionale Unterschiede werden deutlich: In Flächenländern wie Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Bayern ist der Anteil der Familienunternehmen deutlich höher als in den Stadtstaaten Berlin, Hamburg oder Bremen; unter den Flächenländern sticht einzig Hessen mit einem Vergleichsweise geringen Anteil an Familienunternehmen hervor.
II. TOP 500 Familienunternehmen
Die Studie zur volkswirtschaftlichen Bedeutung von Familienunternehmen identifiziert zugleich die 500 größten Familienunternehmen und vergleicht deren Umsatz und Beschäftigungsentwicklung mit den Kennzahlen der nicht-familiengeführten DAX-Unternehmen3.
- In den TOP 500 Familienunternehmen (nach Beschäftigten) arbeiteten weltweit im Jahr 2010 4,5 Millionen Personen.
- Die 500 umsatzstärksten Familienunternehmen erwirtschafteten weltweit einen Umsatz von fast 900 Milliarden Euro.
7 % von 1,5 auf 1,4 Millionen reduziert. Fast 80 % der Beschäftigten in Familienunternehmen arbeiten in Deutschland, während bei den DAX-26-Unternehmen lediglich
42 % im Inland arbeiten.
Abb. 2: Vergleich der Entwicklung der Inlandsbeschäftigung der TOP 500 Familienunternehmen und der DAX-26-Unternehmen zwischen 2006 und 2010

Grundsätzlich ist zu beobachten, dass Familienunternehmen in Krisen in geringerem Maße mit Beschäftigungsabbau reagieren als DAX-Unternehmen. So mussten die TOP 500 Familienunternehmen (nach Umsatz) im Krisenjahr 2009 einen Einbruch von rund 10 % hinnehmen, den sie aber im Folgejahr sofort wieder aufholten. Im Mittel wuchsen die TOP 500 Familienunternehmen trotzdem noch jährlich um 4 %.
Abb. 3: Weltweite Umsatzentwicklung der TOP 500 Familienunternehmen

III. Börsennotierte Familienunternehmen in Deutschland
Familienunternehmen stellen ein bedeutendes Phänomen am deutschen Kapitalmarkt dar, wie eine Studie der Stiftung Familienunternehmen aus dem Jahr 2010 darlegt4:
Bei der Hälfte aller börsennotierten Unternehmen (ausgenommen Finanztitel) in Deutschland handelt es sich um Familienunternehmen. Diese repräsentieren etwa ein Drittel der Marktkapitalisierung.
Die Datenbasis der Erhebung sind alle Unternehmen, die im CDAX zwischen 1998 und 2008 notiert waren, ausgenommen wurden Finanzunternehmen.
Abb. 5: Börsennotierte Familienunternehmen (FU) im Vergleich zu Nicht-Familienunternehmen (NFU)

Deutlich unterscheiden sich Familienunternehmen von Nicht-Familienunternehmen in Bezug auf ihre Kapitalstruktur: Sie sind bei weitem weniger verschuldet und weisen mit 50 % eine wesentlich höhere Eigenkapitalquote auf als Nicht-Familienunternehmen
(36 %).
Abb. 6: Median Eigenkapitalquote von Familienunternehmen
und Nicht-Familienunternehmen im Vergleich (CDAX, 1998-2008)

Die Analyse weiterer Unternehmenscharakteristika zeigt, dass börsennotierte Familienunternehmen bezogen auf ihre Bilanz- und Umsatzsumme deutlich kleiner sind als Nicht-Familienunternehmen und in der Folge weniger Mitarbeiter beschäftigen. So sind durchschnittlich 6.100 Personen in einem börsennotierten Familienunternehmen beschäftigt, während Nicht-Familienunternehmen auch an der Börse durchschnittlich rund 15.600 Mitarbeiter beschäftigen. Aber: Familienunternehmen weisen eine stärkere Wachstumsrate bei den Beschäftigten auf. Ihre Mitarbeiterzahl wächst um durchschnittlich 27 %, während die der Nicht-Familienunternehmen um nur 6 % im Mittel wächst.
Ein weiterer Befund zeigt, dass Familienunternehmen – die Phase des Neuen Markts ausgeklammert – keine schlechtere Performance haben als Nicht-Familienunternehmen.
Im Gegenteil: Es gibt einen, wenn auch geringen, positiven Zusammenhang zwischen dem Einfluss der Familie und den Kennzahlen der operativen Performance.
Ähnliches gilt für auch für die Betrachtung der Kapitalmarktperformance. Hier haben Familienunternehmen zwischen 1988 und 2008 eine vergleichbare Rendite als Nicht-Familienunternehmen, unterliegen aber auch einer höheren Volatilität. Diese ist ebenfalls vor allem der Phase des Neuen Markts geschuldet.
1 Die volkswirtschaftliche Bedeutung von Familienunternehmen, herausgegeben von der Stiftung Familienunternehmen, durchgeführt vom Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW), Mannheim. Download unter www.familienunternehmen.de. Die letzte aktualisierte Fassung der Studie zur „volkswirtschaftlichen Bedeutung“ wurde im Dezember 2011 vorgelegt.
2 Alle Unternehmen Ende 2010 ohne öffentliche Unternehmen.
3 Zu den DAX-Unternehmen in Familienhand gehören: Beiersdorf AG (bei den TOP 500 unter Maxingvest AG), Henkel AG & Co. KGaA, Metro AG und Merck KGaA.
4 Börsennotierte Familienunternehmen, herausgegeben von der Stiftung Familienunternehmen, durchgeführt vom Center für Entrepreneurial and Financial Studies (CEFS) an der technischen Universität München, 2010. Download der Studie unter www.familienunternehmen.de.
München, Januar 2012
» Kurzinformation zum Download (PDF 427 KB)
Ansprechpartner
Maria KrenekPresse- und Öffentlichkeitsarbeit
Stiftung Familienunternehmen
Prinzregentenstraße 50, D-80538 München
Telefon: + 49 (0) 89 / 12 76 400 03
Telefax: + 49 (0) 89 / 12 76 400 09
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Internet: www.familienunternehmen.de
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