Die Stiftung für Familienunternehmen in Deutschland und Europa
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München, 30.03.2010
Studie: Die Finanzierung von Familienunternehmen

Die Finanzierung von Familienunternehmen spielt gerade vor dem Hintergrund der zurückliegenden Finanz- und Wirtschaftskrise eine große Rolle. In den wissenschaftlichen und medialen Diskussionen werden dabei vor allem die Finanzierungsmöglichkeiten und –bedingungen thematisiert, die sich Unternehmen bieten. Die „Kreditklemme“ hat in diesem Zusammenhang das Zeug, zum Unwort des Jahres zu werden.


Wie aber sehen die internen Finanzierungsmechanismen speziell von Familienunternehmen aus? Diese Frage wird von einer soeben vorgelegten Studie beantwortet, die Stephanie C. Schraml am Center für Entrepreneurial and Financial Studies (CEFS) der TU München als Doktorarbeit vorgelegt hat und die von der Stiftung Familienunternehmen unterstützt wurde.

Familienunternehmen ticken in Bezug auf Finanzierung anders als nicht-familiengeführte Unternehmen. So lautet eine Kernaussage der Arbeit, dass die Eigentümerfamilie bzw. die spezifische Corporate Governance-Strukturen von Familienunternehmen als oberstes Ziel haben, den Fortbestand des Familienunternehmens zu gewährleisten. Diesem Ziel untergeordnet sind auch die Ausgestaltung des Finanzmanagements und die Auswahl der Finanzierungsinstrumente.

Die Dissertation gliedert sich in zwei Teile: Zunächst wird die Bedeutung von – mitunter unterschiedlichen und konträren – Familien- und Unternehmenszielen in der Unternehmensfinanzierung aus theoretisch-konzeptioneller Sicht analysiert. Hierbei fließen verhaltenswissenschaftliche sowie strategie- und managementorientierte Ansätze mit ein. Im zweiten Teil kommen die Befunde der sich anschließenden empirischen Studie zum Tragen: 237 deutsche Familienunternehmen wurden nach ihrem Finanzierungsverhalten und dessen Determinanten befragt sowie nach der Rangfolge ihrer Nutzung von Finanzierungsinstrumenten.

So zeigen die Befragungsergebnisse, dass Familienunternehmen, die in erster Linie Unabhängigkeit und Kontrolle anstreben, die Position des Finanzverantwortlichen ungern familienfremd besetzen und bei der Wahl externer Finanzierungsmittel die eigenkapitalnahe Mezzanine-Finanzierung schätzen, weil diese die Gesellschafterstruktur unberührt lässt.

Ist das Ziel der Eigentümerfamilie hingegen die Risikominimierung, werden externe CFOs bevorzugt eingesetzt, und auch die Finanzierungsinstrumente bleiben eher traditionell: Gewinnrücklagen und langfristige Bankkredite werden präferiert, Factoring gemieden.

Die gesamte Bandbreite der Determinanten sowie ihre Beziehung untereinander werden von Frau Dr. Schraml untersucht. So gibt das Buch einen tiefgreifenden Einblick in das spezifische Finanzierungsverhalten von Familienunternehmen und ihre große Heterogenität. Die Lektüre ist empfehlenswert - nicht nur für Dozenten und Studierende der Wirtschaftswissenschaften. Es leistet durch seine Fülle an Informationen, die anschaulich dargestellt werden, einen hohen Mehrwert für die Praxis der Familienunternehmer selbst, aber auch Kapitalgeber und Berater von Familienunternehmen können profitieren.
Die Studie ist im Gabler-Verlag erschienen und unter der ISBN 978-3-8349-2105-5 im Buchhandel erhältlich.

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